Eine Woche in New York – Tipps und Empfehlungen für die Reise in den Big Apple

DIE ANREISE

Von Düsseldorf nach New York

Airberlin bietet regelmäßig Direktflüge von Düsseldorf nach New York (JFK) an. Der Flug dauert etwa acht Stunden. Wenn man online frühzeitig und verbindlich (also ohne spätere Stornierungs- oder Umbuchungsoption) bucht, kann man zum Teil sehr günstig fliegen; in den Ferien ist es natürlich teurer. Wir haben jetzt in den Osterferien ca. 800 Euro pro Person für Hin- und Rückflug bezahlt. Wenn alles planmäßig läuft, ist am Flug mit Airberlin nichts auszusetzen. Das Entertainment-System bietet ein gutes Unterhaltungsprogramm mit mehreren aktuellen Kinofilmen. Die (im Preis inbegriffene) Verpflegung an Bord ist reichhaltig und ordentlich; das gilt auch für das Getränkeangebot. Die Sitze in der Economy-Class sind allerdings eng und bieten wenig Beinfreiheit; größere Menschen sollten über die (offensiv beworbene) Aufpreisoption der XL-Sitze nachdenken.

Nicht vergessen! ESTA-Antrag
Egal, wie ihr fliegt: Denkt daran, spätestens einige Tage vor dem Flug online den ESTA-Antrag für die Einreise in die USA zu stellen. Deutsche reisen als Touristen ohne Visum in die USA. Man muss sich allerdings vorab (kostenpflichtig) registrieren. Das Verfahren ist recht einfach und muss online abgewickelt werden. Die Bestätigung erfolgt schnell.

Vom Flughafen in die Stadt

Die Taxifahrt vom Flughafen nach Manhattan kann schnell mal 70$ kosten

Um vom Flughafen JFK in die Stadt zu fahren, kann man gut die Subway verwenden – und spart damit je nach Personenzahl zwischen 30 und 50 Euro Euro im Vergleich zum Taxi. Allerdings kann man nicht direkt am Flughafen in die Subway steigen, sondern muss zunächst den (überall gut ausgeschilderten) AirTrain nutzen. Dieser bringt einen (von jedem Terminal mit der grünen Linie) in ca. 10 bis 20 min. zur Subway-Station Howard Beach. Ein Ticket braucht man zunächst nicht, sondern zahlt (Fahrpreis: 5 Euro pro Person) erst an der Subway-Station. Hier kann man am Automaten entweder ein Kombiticket für den AirTrain und die anschließende U-Bahn-Fahrt in die Stadt ziehen oder man zahlt nur den AirTrain und kauft sich direkt ein Wochenticket für die U-Bahn (7 Day unlimited, 32$, der Kauf lohnt sich schon ab zwei Fahrten pro Tag), das man dann natürlich direkt ab Howard Beach auch schon nutzen kann.

Tickets kann man am Automaten kaufen; vor Ort in der Station gibt es nette Helfer(innen) von der MTA (Metropolitan Transportation Authority), die einem alles erklären. Bezahlt wird in der Regel mit der Kreditkarte. Dazu ein Hinweis: Mit ein und derselben Kreditkarte kann man (um  Missbrauch zu vermeiden) maximal zwei Tickets kaufen. Weitere Tickets muss man entweder bar oder mit einer anderen Kreditkarte kaufen.

Außerhalb der Rush Hours kann man auch mit Koffern bequem in der Subway fahren. Von Howard Beach bringt einen die Linie A in ca. 40 bis 50 min. direkt nach Manhattan (am Weg gibt es viele Umsteigestationen, so dass man über die Linie eigentlich alle Punkte in der Stadt gut erreichen kann).

Tipp
In den AppStores von Android und IOS gibt es mehrere Apps für das New Yorker Subway Netz. Sie informieren auch über die häufigen Wartungen und Störungen und sind eine große Hilfe bei der Orientierung. Wir empfehlen die New York Subway MTA Map (Android/IOS

WOHNEN

Eine persönliche Empfehlung

Natürlich bietet New York ein großes Angebot an Unterkünften. Als Familie wollten wir jedoch nicht so gerne ins Hotel gehen. Hotelzimmer bieten in Großstädten oft nur wenig Platz und vor allem keine Möglichkeiten, sich bei Bedarf auch einmal selbst zu versorgen. Wir haben uns deshalb für eine Ferienwohnung in Brooklyn entschieden. Diese können wir ohne Einschränkungen weiterempfehlen. Sie liegt im Stadtteil Carroll Gardens, direkt an der Subway-Station Carroll Street (die auch vom Flughafen aus leicht zu erreichen ist). Von hier aus kann man alle Ziele in New York gut ansteuern.

Das Apartment liegt an der Carroll Street im Stadtteil Carroll Gardens

Das Appartement befindet sich in der Carroll Street in einem typischen alten Brownstone-Haus. Es hat zwei Schlafzimmer mit je einem Doppelbett, so dass vier Personen hier Platz finden; darüber hinaus ein Bad und eine große Wohnküche. Auch der Garten des Hauses kann mit genutzt werden. Die Ausstattung des Appartements ist hervorragend; es ist (vor allem auch in der Küche) alles vorhanden, was man braucht (sogar eine Wasch- und Spülmaschine) – Handtücher und Bettwäsche werden gestellt. Der Mietpreis von 300 Euro pro Tag erscheint auf den ersten Blick hoch, gemessen an den hohen Miet- und Immobilienpreisen in New York ist er aber absolut angemessen.

Der Stadtteil Carroll Gardens

Carroll Gardens gehört zu den angesagten Vierteln in Brooklyn. Der Prozess der Gentrifizierung ist weit vorangeschritten. Es gibt viele Cafés, Restaurants und kleine Läden. Den täglichen Bedarf deckt man entweder ganz in der Nähe (qualitativ hochwertig und nachhaltig) im Union Market (288 Court St) oder (etwas einfacher und etwas weiter entfernt) bei Trader Joe’s (130 Court St). Frisches Brot bekommt man morgens bei Caputo Bakery (329 Court St).

VOR ORT

Verkehr

Eine App hilft enorm bei der Orientierung im dichten Subway-Netz

New York verfügt über ein dichtes Subway-Netz. Der Takt auf den Linien ist bis in den Abend hinein sehr dicht; allerdings sind die Fahrzeiten wegen der nicht unerheblichen Entfernungen durchaus lang. 45 min zwischen zwei Punkten ist eher die Regel als die Ausnahme. Über eine Karte des Subway-Netzes, die man direkt z. B. bei Ankunft an der Station Howard Beach kostenlos erhält, kann man sich gut orientieren. Noch einfacher geht es, wie eben bereits beschrieben, mit einer App, die einem in der Fahrplanauskunft auch ohne Internetverbindung stets die optimale Reihenfolge der Linien und Umsteigepunkte anzeigt.

Geld/Preisniveau

Das Preisniveau in New York ist hoch. Dafür sind unterschiedliche Faktoren verantwortlich. Nach der Finanzkrise hat New York einen Boom erlebt, der im Prinzip bis heute andauert und viele Firmen sowie trotz fast astronomischer Immobilienpreise auch viele Menschen in die Stadt gezogen hat. Nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage treibt das die Preise in die Höhe. Hinzu kommt für deutsche Besucher ein noch immer ungünstiger Wechselkurs (derzeit fast 1 $ = 1 Euro), der sich erst in den letzten Wochen wieder ein wenig zum Positiven entwickelt hat.

In den städtischen Supermärkten (die nicht unbedingt sehr groß sind) liegen die Preise um mindestens 50 % höher als bei uns. Bei Restaurants sollte man einen Aufschlag von mindestens 30 % kalkulieren, wozu dann noch das obligatorische Trinkgeld in Höhe von etwa 20 % kommt. Etwas günstiger (oder bezahlbarer) sind die Cafés (vor allem die Café-Kette Starbucks). Auf etwa ähnlichem Preisniveau wie bei uns bewegt sich allein der Fast-Food-Sektor der großen Ketten McDonalds & Co. – Auch Eintritte in Museen sind mit 15 bis 25 $ pro Person (meist nur Empfehlungen, an die man sich aber in der Regel hält) nicht gerade günstig; dafür bekommt man allerdings in den großen Häusern auch etwas Besonderes geboten, so dass der Vergleich hier schwer fällt. Gleiches gilt für den Besuch der großen Aussichtsplattformen – mit 34 $ bin ich noch nie teurer Aufzug gefahren als im Rockefeller Center; ich hatte aber auch noch nie eine solche Aussicht.

Alles kann man in New York mit der Kreditkarte bezahlen; das lohnt sich auch, weil der Wechselkurs dann günstiger ist. Mit der Kreditkarte kann man natürlich auch an jedem Geldautomaten Bargeld abheben. Bargeldlos ist das Bezahlen allerdings weniger schmerzhaft.

Reisezeit
Wir sind in den Osterferien nach New York gefahren und hatten den Eindruck, dass dies eine gute Reisezeit ist. In der Stadt war es im Durchschnitt schon recht mild – allerdings gab es zum Teil erhebliche Temperaturschwankungen (von 15 bis 30 Grad war alles dabei). Sonne hatten wir fast an jedem Tag und Regen eigentlich nie. Fährt man später im Jahr, kann es in New York sehr heiß und auch drückend werden. Der wärmste Tag unseres Aufenthaltes gab einen kleinen Vorgeschmack auf den New Yorker Sommer, der sich für ein ausgedehntes Sightseeing kaum empfehlen dürfte.

Internet/WLAN

Mit einem deutschen Smartphone und einer deutschen SIM-Karte in New York mobil surfen, kann teuer werden! Also bei Ankunft besser die mobilen Daten gleich abschalten. Telefonieren ist auch recht teuer, aber bezahlbar. WLAN gibt es jedoch an vielen Stellen in der Stadt. In der Regel sind Museen und Cafés mit WLAN ausgestattet und seit einiger Zeit auch alle Subway-Stationen. Der Zugang funktioniert hier mit einem eher einfachen Anmeldeverfahren und ohne Eingabe irgendwelcher Daten.

Tipp - Karten herunterladen
Auch wenn in New York an vielen Stellen WLAN verfügbar ist: Ihr erleichtert euch die Orientierung, wenn ihr schon zuhause die Google Maps Karte von New York herunterladet; das spart Zeit und Datenvolumen vor Ort.

PROGRAMMVORSCHLAG

Um die Stadt einigermaßen entspannt kennenzulernen, sollte man mindestens eine Woche vor Ort einplanen. Das Programm gestaltet sicherlich jeder nach seinen Vorstellungen und Wünschen. Trotzdem an dieser Stelle ein auf Erfahrungen vor Ort basierender (natürlich) subjektiver Vorschlag für eine Woche:

1. Tag – Midtown Manhattan

Vormittags

Das Empire State Building im Herzen New Yorks ist eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt

Mitten ins Gewühl nach Midtown Manhattan: Ein erster Kaffee (von Starbucks auf der Ecke E 42nd St/Madison Av) im Bryant Park (Subway: 42st – Bryant Park); dann geht es über die 5th Avenue (wichtigste Einkaufsstraße der Stadt) nach Norden bis zum Rockefeller Center. Auf dem Weg  empfiehlt sich ein kurzer Besuch bei St. Patricks Cathedral (neugotisch, 1853 errichtet; die Kirche verschwindet fast zwischen den Wolkenkratzern). Am Rockefeller Center angekommen, sollte man erst einmal Karten für die Aussichtsplattform (Top of the Rock) am (späteren) Abend reservieren (geht auch vorab online).

Wenn noch Zeit ist: Erstes Kunsthighlight wäre das Museum of Modern Art (2 Stunden, wenn man sich auf die ständige Sammlung in den oberen Etagen konzentriert. Persönliches Highlights: Picassos Gemälde „Les Demoiselles d’Avignon“ und die fast abstrakt wirkenden, spät entstandenen „Wasserlilien“ von Claude Monet). Gelegenheit für eine Mittagspause bietet sich im nahe gelegenen Central Park (evtl. an einer der Buden ein Hot Dog für 3,50 $  kaufen).

Nachmittags

Besuch des stadtgeschichtlichen Museums (Museum of the City of New York – Subway: 103th St mit der Linie 4 oder 6; am Besten mit dem Film im Untergeschoss starten). Das Museum gibt einen sehr anschaulichen Überblick über die Stadtgeschichte, der für den Besuch vieler anderer Ziele in der Stadt einen guten orientierenden Rahmen schafft. Wenn noch Zeit ist, empfehlen wir einen guten und relativ günstigen Bagel bei Tal Bagels (1228 Lexington Av, nahe Subway-Station 86th St, Linien 4, 5 & 6).

Abends

Mit den zuvor gebuchten (!) Karten auf Top of the Rock (~250 Meter hoch) fahren und die grandiose Aussicht auf das nächtliche Midtown (inklusive Empire State Building), Lower Manhattan und den Central Park genießen.

2. Tag – Lower Manhattan & Chelsea

Vormittags

Altes New York: Besuch der Wall Street, Trinity Church, des Rathauses (City Hall mit schönem Park) und (direkt daneben) des Woolworth Buildings; alle Ziele liegen in Downtown Manhattan (am Südende der Insel) in füßläufiger Entfernung voneinander.

Das Woolworth Building
Das Woolworth Building (241m) war von 1913 bis 1930 das höchste Gebäude der Welt. Frank Winfield Woolworth, der Besitzer der gleichnamigen Kaufhauskette, zahlte seinerzeit die Baukosten in Höhe von 13,5 Mio. $ in bar. Noch heute zählt es zu den 25 höchsten Gebäuden in der Stadt.

Nachmittags

Neues New York: Ausflug ins hippe Chelsea. Start ist der Chelsea Market (Subway: 14 St/8 Av) mit seinem großen gastronomischen Angebot (z. B. Süßes bei Sarabeth’s Bakery). Anschließend geht es über den Highline-Park nach Norden, bei Interesse lohnt sich ein Abstecher zu den Galerien unterhalb der High Line.

3. Tag – Die Freiheitsstatue

Die Freiheitsstatue ist ohne Zweifel eines der bekanntesten Wahrzeichen der USA. Wer die Karten für die Fähre nicht im Voraus bucht, muss lange anstehen.

Karten sollte man unbedingt im Voraus über das Internet buchen, vor allem, wenn man den Sockel oder gar die Krone der Statue erklimmen möchte. Die Plätze für die Krone sind stark limitiert und erfordern in der Saison eine Reservierung weit im Voraus, die Plätze für den Sockel sind ebenfalls begrenzt, aber in größer Zahl verfügbar. – Mit vorab gebuchten Tickets kann man die Wartezeiten vor Ort erheblich (um viele Stunden, Besucher mit CityPass müssen leider auch ewig anstehen!!!) reduzieren.

4. Tag – Ein erholsamer Tag in Brooklyn

Vormittags

Spaziergang durch das modern umgenutzte Hafenviertel Dumbo und den Brooklyn Bridge Park (Subway: York St). Von hier aus hat man einen sehr schönen (den bekannten…) Blick auf Manhattan. Es lohnt sich, den Fußweg der Brooklyn Bridge ein Stück weiter bis zur Mitte der Brücke zu gehen, um einen noch besseren Blick auf Lower Manhattan und die Brücke selbst zu erhalten.

Nachmittags

Fortsetzung des Spaziergangs entlang des Wassers über die Brooklyn Heights Promenade. Das Viertel Brooklyn Heights gehört zu den bevorzugten Wohngegenden Brooklyns; viele Schriftsteller haben hier gelebt (z. B. Truman Capote und Arthur Miller). Nette Einkehrmöglichkeiten gibt es u.a. an der Montague Street.

5. Tag – Kunst bis zum Abwinken, das Metropolitan Museum of Art

Das Metropolitan Museum of Art ist eines der größten und sicherlich bedeutendsten kunst- und kulturhistorischen Museen der Welt. Man sollte gar nicht erst versuchen, sich alles anzusehen. Einen Überblick über die Abteilungen und Highlights gibt der Wikipedia-Artikel. Meine persönliche Empfehlung: Der American Wing mit den Period Rooms, dort vor allem das 1912/15 von Frank Lloyd Wright gestaltete Wohnzimmer des Sommerhauses für Frances W. Little sowie die Glasarbeiten von Louis Comfort Tiffany. – Natürlich ist auch die große Sammlung europäischer Malerei beeindruckend, aber ähnliche Bilder kann man sich sehr gut auch in europäischen Museen ansehen.

6. Tag – 9/11 Memorial & Museum

Ein Loch inmitten der Skyline: Ground Zero

In dem 2014 eröffneten Museum werden die Anschläge vom 11. September 2001 auf die beiden Türme des World Trade Centers in allen Details aufgearbeitet; gleichzeitig ist es ein beeindruckender Gedenkort für die Opfer der Anschläge. Zwischen diesen beiden Funktionen – Erinnern und Gedenken – findet das Museum eine gelungene Verbindung. Emotional berührend sind vor allem die vielen Einzelbiographien mit den zugehörigen Erinnerungstücken. Bei der Beschäftigung mit den Menschen, die in den Büros, im Flugzeug oder bei den Rettungsmaßnahmen umgekommen sind, überkommt einen ein Gefühl großer Trauer. Dieses Gefühl der Trauer wird immer wieder eingefangen durch eine nüchtern-sachliche Darstellung des genauen Tathergangs inklusive seiner Vorgeschichte, die auch Problematisches (wie die Unterstützung der Mudschaheddin durch die USA im Sowjetisch-Afghanischen Krieg zu Beginn der 1980er Jahre) nicht ausgeblendet.

Ein besonderer Akzent der musealen Aufarbeitung liegt auf den Leistungen der Feuerwehrleute, die viele Menschen gerettet haben, von denen allerdings auch viele selbst bei den Rettungsmaßnahmen ums Leben gekommen sind. Die Erfahrung von Solidarität und Hilfe und das aus dieser Erfahrung erwachsene neue Selbstbewusstsein ist ein wichtiges Leitmotiv für die gesamte Darstellung der Anschläge im 9/11 Museum. Auch die monumentale Anlage des Memorials, (zwei Brunnen an der Stelle der ehemaligen Türme des WTC) sowie nicht zuletzt die beeindruckende neue Umgebungsbebauung (inklusive einer gigantischen Shopping Mall) zeugen von diesem Selbstbewusstsein; sie sind bei allem Gedenken und aller Trauer ein beeindruckender Beleg für die Erfolglosigkeit terroristischer Anschläge.  – Dafür darf man sich schon einmal einen ganzen Tag Zeit nehmen und verlässt am Ende den Ort innerlich berührt und gestärkt. Ich habe nicht viele Museen gesehen, die eine derartige Wirkung entfalten.

7. Tag – Ein paar echte „Juwelen“ in Midtown Manhattan

Vormittags

Man kann den Rundgang beim Grand Central Terminal (Subway: Grand Central – 42nd Street) beginnen; die Schalterhalle des 1913 errichteten Pendlerbahnhofs ist wegen ihrer Größe und Ausstattung sehenswert. Heute ist der Bahnhof vor allem ein Ort mit Geschäften und vielen Restaurants. Etwa 300 Meter südlich vom Grand Central Terminal findet sich The Morgan Library & Museum. Der Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Das Wohnhaus des Bankiers J. Pierpont Morgan (von 1906) beheimatet eine bedeutende Kunstsammlung und Bibliothek. Morgan, der in Europa studiert hatte, errichtete das Interieur seines Hauses im Stil der italienischen Renaissance. Morgans Sammlung und Gestaltungsvorlieben zeugen von der starken kulturellen Prägekraft Europas für das Großbürgertum in den USA.

Nachmittags

Zum Schluss bleibt (hoffentlich) noch ein wenig Zeit (und Geld) zum Shoppen: die Dame bei Tiffanys (5th Av, Ecke 57th St. Man kann – auch wenn man nichts kaufen will – einfach in den Laden gehen und sich vom Liftboy in die verschiedenen Etagen bringen lassen; im Eingangsbereich darf man den Tiffany-Diamanten bewundern, den Audrey Hepburn bei Fotoaufnahmen zum Film „Frühstück bei Tiffany“ getragen hat), der Herr shoppt zwei Straßen weiter im gigantischen Apple Store (5th Av, Ecke 58th St).

Das Kultur- und Veranstaltungsangebot

New York bietet ein riesiges Kultur- und Veranstaltungsangebot. Am Besten orientiert man sich schon vor der Reise im Internet und bucht ggf. auch die Karten. Aus eigener Erfahrung kann ich (für alle, die Soul-Musik mögen) ein Konzert im Apollo Theater in Harlem sehr empfehlen – wegen der besonderen Atmosphäre in dem 1914 eingerichteten Theater und wegen der ganz besonderen Interaktion zwischen Künstler und Publikum. Sehenswert – nicht zuletzt für Kinder und Jugendliche – ist auch ein typisch amerikanisches Basketballspiel z.B. im Barclays Center in Brooklyn .

Der Mythos New York

New York ist mehr als eine große Metropole, New York ist ein Mythos (Größe, Freiheit, die unbegrenzten Möglichkeiten usw.), besungen von Frank Sinatra und natürlich auch von Udo Jürgens. Entsprechend hoch sind die Erwartungen, wenn man zum ersten Mal in die Stadt kommt. Man sollte diese Erwartungen im Vorfeld aber etwas dämpfen: New York ist ohne Zweifel eine interessante und unbedingt sehenswerte Stadt. Die Wolkenkrater-Kulisse ist beeindruckend. Trotzdem wirkt vieles in der Stadt vertraut. Wer Düsseldorf kennt, wird in New York nicht alles anders finden (New York-Enthusiasten verzeihen mir an dieser Stelle den Vergleich!). Vor allem wenn man auf die Gastronomie und die Kultur schaut, stößt man allenthalben auf die starken europäischen Einflüsse. Die besten Restaurants sind italienisch und die besten Cafés französisch – und diese Orientierung an europäischen Vorbildern wird in Namen und Bezeichnungen auch vielfältig greifbar.

Die Menschen

New Yorker sind sehr freundlich. An der Kasse des Supermarktes ist es üblich, dass die Kassierer(in) einen in ein kleines Gespräch verwickelt (auch wenn man sich gar nicht kennt). Wo kommen Sie her? Sind Sie zum ersten Mal in der Stadt? Welcome to New York! Sind Sie Vegetarier (weil im Einkaufswagen soviel Gemüse liegt)? usw. Natürlich muss man als Kunde auch seine Sachen nicht selbst einpacken. Die freundliche Hilfsbereitschaft, die in Geschäften und Restaurants Teil der Geschäftsstrategie ist, begegnet einem auch auf der Straße oder in der Subway, wo man häufig angesprochen wird, wenn man z. B. hilflos mit der Karte nach dem Weg sucht.

Reiseführer

Es gibt viele Reiseführer über New York. Uns hat am meisten geholfen: Sebastian Moll: New York. 2. Aufl. Köln 2016 (Dumont Reise-Taschenbuch), (gut angelegte) 17,99 Euro.

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